Sucralose - Übersicht zur aktuellen Diskussion

Einleitung

Seit einigen Tagen gibt es teils hitzig geführte Diskussionen zur Gefährlichkeit von Sucralose unter Hitzeeinfluss. Auch wir erhalten in diesem Zusammenhang Anfragen zu der Frage, welche der von uns geführten Aromen Sucralose enthalten. Wir möchten an dieser Stelle eine kurze Übersicht zum aktuellen Kenntnisstand bieten. Es soll explizit keine ausufernde oder unnötig komplexe Ausführung werden. Dazu fehlt auch uns selbst die Expertise. Wer ins Detail gehen möchte, findet in der Veröffentlichung des BfR und den zitierten Quellen detailliertere Ausführungen, insbesondere auch zu technisch-chemischen Hintergründen.
Vielmehr geht es darum, unseren Kunden einen möglichst schnellen Überblick zu vermitteln, damit sie sich auf sachlicher, unaufgeregter Basis ein eigenes Bild machen können.

Was ist Sucralose und wofür wird es verwendet?

Sucralose ist ein Süßstoff, der aus Haushaltszucker gewonnen wird und bis zu 600x süßer ist, als letzterer. Entwickelt wurde sie in den 70er Jahren in Großbritannien und ist seit 2004 in der EU als Lebensmittelzusatzstoff (E955) zugelassen. (Quelle Wikipedia)
Auf Grund ihrer Ergiebigkeit und Kalorienfreiheit wird sie in kalorienreduzierten Lebensmitteln genutzt (Getränke, Desserts, Süßwaren), aber auch in Obst- / Gemüsekonserven oder Medikamenten. Ebenfalls in manchen Aromen oder Fertigliquids wird Sucralose zum Süßen verwendet.

Um welche Risiken geht es in der aktuellen Diskussion?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer Stellungnahme vom 9. April 2019 Bedenken zur gesundheitlichen Gefahr von Sucralose bei hohen Temperaturen (ab 120° C) zum Ausdruck gebracht. Das BfR hat hierzu eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt und die Verlässlichkeit der berücksichtigten Publikationen bewertet.

  • Studien von 1990 und 1991 kamen zu dem Ergebnis, dass Sucralose bei erhöhten Temperaturen (getestet wurde die Zubereitung von verschiedenen Backwaren) stabil ist.
  • 1996 wurde im Rahmen einer weiteren Studie festgestellt, dass sich Sucralose bei Temperaturen von 100° C- 180°C zersetzt (mit steigender Temperatur immer stärker und einem deutlichen Anstieg ab 120° C) und gesundheitlich gefährliche Stoffe bilden kann. Diese Ergebnisse wurden später im Rahmen weiterer Studien mehrfach bestätigt.


Das BfR stuft diese Studien daher als verlässlicher ein und schlussfolgert, dass "beim Erhitzen von Sucralose, insbesondere im Zusammenwirken mit anderen Lebensmitteln, möglicherweise gesundheitsschädliche und zum Teil kanzerogene Verbindungen entstehen können".

Wie sind diese Risiken einzuordnen?

Grundsätzlich betrifft die Situation alle Verbraucher, weil Sucralose in vielen Lebensmitteln verwendet wird. Gleichwohl gibt es einige Punkte, die derzeit noch unklar und daher schwierig einzuordnen sind. Dazu gehören:

  • Es ist aktuell unklar, welche toxischen Reaktionsprodukte sich im Detail bilden und in welchen Mengen sie entstehen.
  • Die Verwendung in Liquids für E-Zigaretten ist sowohl vom BfR, als auch in den zitierten Studien komplett unberücksichtigt! Es geht ausschließlich um Backen, Braten, Frittieren und die industrielle Zubereitung bei den Herstellern.
  • Entsprechend gehen alle zitierten Studien von einer längeren Erhitzung aus (der kürzeste Zeitraum, in dem die Sucralose einer hohen Temperatur ausgesetzt war, lag - soweit wir dies einsehen können - bei 15min. Andere Studien haben die Sucralose auch länger erhitzt - teils 1-2 Stunden). Wie sich Sucralose bei einer sehr kurzen, wenige Sekunden andauernden Erhitzung verhält, bleibt leider unklar.
  • Einige Studien legen nahe, dass die Rahmenbedingungen einen größeren Einfluss auf die Bildung gesundheitsschädlicher Stoffe haben können. Diese sind z.B. abhängig vom pH-Wert der Lösung, weiteren Lebensmitteln, die mit der Sucralose gebacken / frittiert / gebraten wurden (Fleisch, Öle,...) oder auch dem Material, in dem gebraten wurde (Kupfer, Aluminium, Edelstahl,...). All dies hatte teils große Auswirkungen auf das Resultat.


Dies macht eine finale Einschätzung aktuell schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Auf Grund der Unsicherheit empfiehlt das BfR daher vorsorglich, Sucralose-haltige Lebensmittel keinen erhöhten Temperaturen auszusetzen.

Durch die aktuelle Diskussion ist Sucralose stark in den Fokus gerückt, so dass in naher Zukunft weitere Studien zu erwarten sind. Auch die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) befasst sich im Rahmen einer planmäßigen Neubewertung mit Sucralose.

Fazit

Es ist aktuell nicht abzuschätzen, ob eine ernsthafte Gesundheitsgefahr besteht und wenn ja, wie groß diese ist. Unklar ist, welche Stoffe konkret entstehen und in welchen Mengen. Dies wiederum hängt zusätzlich davon ab, in welcher Konzentration die Sucralose im Endprodukt vorhanden ist.
Von diesen Punkten abgesehen, muss geklärt werden, wie die Situation zu beurteilen ist, wenn Sucralose anders verwendet wird, als in den Studien getestet. Zu der Frage, wie sich Sucralose verhält, wenn es wenige Sekunden erhitzt wird und nicht über 15min und mehr, lassen sich der Stellungnahme des BfR keine Informationen entnehmen.

Wer dieses Risiko grundsätzlich meiden möchte, sollte bis zur weiteren Klärung auf die Erhitzung von Sucralose / sucralose-haltigen Aromen und Lebensmitteln verzichten. Ohne Erhitzen sollten die hier genannten Risiken nicht bestehen (also z.B. im Joghurt, Milkshake, Proteinshake, Eistee, Eis,....) 

Welche unserer Aromen enthalten Sucralose?

T-Juice, Tasty Puff, Meiwei, AtmosLab , FlavourArt und Inawera haben uns erklärt, dass sie keine Sucralose verwenden.
TPA (The Perfumer's Apprentice - auch TFA für The Flavor's Apprentice) enthalten ebenfalls keine Sucralose. Eine Ausnahme bildet nur das Sweetener.
Flavorah Aromen enthalten ebenfalls keine Sucralose. Auch hier mit Ausnahme ihres Sweeteners.
Die FlavorWest Aromen, die wir im Sortiment haben, enthalten ebenfalls keine Sucralose. Ausnahme ebenfalls das Sweetener.
Dr. Fog Aromen enthalten überwiegend Sucralose.
Capella Aromen enthalten teilweise Sucralose.

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